Folge #14

Wenn die eigene Geschichte öffentlich wird

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In der vierzehnten Folge spricht Conni mit Jelena darüber, warum es so wichtig und gleichzeitig so herausfordernd sein kann, offen mit der psychischen Erkrankung eines Familienmitglieds umzugehen. Ihr Vater lebt mit einer drogeninduzierten Psychose. Jelena teilt ihre sehr persönliche Geschichte und erklärt, warum sie sich bewusst für Öffentlichkeit entschieden hat.

Jelena war vierzehn Jahre alt, als ihre Mutter zum ersten Mal offen mit ihr über die Erkrankung ihres Vaters gesprochen hat. Sie hatte auch selbst Angst, eines Tages zu erkranken. Heute ist sie Filmemacherin und hat 2025 gemeinsam mit ihrem Vater einen Kinodokumentarfilm gedreht, der ihre die Beziehung in den Mittelpunkt stellt.

Die Folge macht deutlich, wie heilsam es sein kann, über psychische Erkrankungen zu sprechen auch als Angehörige. Jelena erzählt von der Angst vor Stigmatisierung, vom Mut zur Offenheit und davon, was entsteht, wenn Menschen beginnen, ihre eigenen Geschichten miteinander zu teilen.

Weiter unten findest du einen Themenüberblick (inkl. Zeitstempel) und das Transkript der Folge.

Weiterführende Links:

Falls du direkt zu einem Thema in der Folge springen möchtest:

05:00
Thema: Aufwachsen. Jelena erzählt vom Verhältnis zu ihrem Vater und von den ersten Momenten, in denen sie seine Erkrankung wahrgenommen hat

14:23
Thema: Drüber sprechen. Jelenas Mutter spricht mit ihr über die Erkrankung des Vaters und Jelena beginnt später auch in ihrem Umfeld darüber zu reden

22:00
Thema: Wenn Austausch heilsam wird. Warum offenes Erzählen anderen erlaubt, sich ebenfalls zu öffnen und wie Jelena ihre Angst vor Stigmatisierung beschreibt

29:37
Thema: Wenn Kunst beim Verarbeiten hilft. Jelena berichtet über den Film mit ihrem Vater und darüber, wie sie ihre Beziehung darin sichtbar macht

Transkript zur Folge

Julia und Nele

00:08 – 00:31

Herzlich willkommen bei unerhört nah, dem Podcast des Bundesverbandes der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen. Wir, das sind einmal ich, Nele und ich, Julia, sprechen offen mit verschiedenen GästInnen über die Erfahrungen und Herausforderungen von Angehörigen psychisch erkrankter Menschen. Erlebt mit uns, was es heißt, unerhört nah dran zu sein. Heute kommt eine Folge mit Conny. Sie spricht mit Menschen, die sich gesellschaftlich für Betroffene und Angehörige engagieren.

Conni

00:31 – 01:11

Es gab 2021 eine Umfrage vom Bundesarbeitsministerium, wie offen Leute mit psychischen Krankheiten umgehen würden. Und das hat ergeben, dass nur etwa jeder Zweite und jede Zweite ihren Freundinnen und Freunden das erzählen würden, wenn sie so eine psychiatrische Diagnose kriegen. Und noch verschwiegener gaben sie sich, also wenn es um das Arbeitsumfeld ging, im Arbeitskontext war nur knapp jeder Fünfte bereit, das zu erzählen und dann auch nur ausgewählten Menschen.

Conni

01:11 – 01:49

Und das heißt ja, dass psychische Krankheiten, obwohl die ja sehr verbreitet sind, also Depressionen, Angststörungen, Persönlichkeitsstörungen, Psychosen, trotzdem, obwohl sie so verbreitet sind, einem Tabu unterliegen. Und das gilt eigentlich nicht nur für die Betroffenen selbst, sondern das betrifft auch die Familien, die oft darüber schweigen, dass es in ihrer Familie eine psychische Erkrankung gibt. Ja, das ist unser Thema. Wir wollen heute darüber sprechen, was vielleicht dahintersteckt und vor allem aber auch, warum es durchaus Sinn machen kann, offen mit einer psychischen Erkrankung in der Familie umzugehen.

Conni

01:49 – 02:16

Mein Gast im Podcast heute ist Jelena Illic und die tut das und sucht mit ihrer Geschichte auch gleich eine große Öffentlichkeit. Sie arbeitet nämlich an einem Film darüber, wie die psychische Erkrankung ihres Vaters sich auf die Familie und ihre Beziehung zu ihm ausgewirkt hat. Ja, Jelena, wir kennen uns aus dem Kölner Psychoseforum, wir duzen uns, tun wir natürlich auch jetzt in dem Gespräch. Magst du dich noch ein bisschen näher vorstellen?

Jelena

02:17 – 02:40

Kann ich gerne machen. Genau, also Jelena Illitsch, hast du schon gesagt, ich habe an der Kunsthochschule für Medien in Köln studiert, habe da 2021 meinen Abschluss gemacht und arbeite seitdem als Filmemacherin. Und genau, mein aktuelles Projekt heißt Eine Krankheit wie ein Gedicht.

Conni

02:40 – 03:10

Ja, tatsächlich liegt es auch, unter anderem ist der Titel so gewählt, weil mein Vater einfach eine sehr lange Diagnose hat und wenn man die ganzen Wörter aneinander macht, dann sind es so viele Wörter, dass das zusammengefügt schon wie ein Gedicht klingt. Ich gucke, ob ich das jetzt zusammenkriege. Mein Vater hat nämlich eine drogeninduzierte, chronifizierte Psychose des manischen Formkreises, Typ Polytox, kein Morphintyp. Und ich glaube, ich habe tatsächlich noch zwei, drei Wörter vergessen.

Jelen

03:10 – 03:35

Und man sagt ja, diese Redewendung, irgendwas wie ein Gedicht, das hat ja irgendwie auch immer so was Poetisches, was irgendwie einen anderen Blickwinkel braucht. Und ich glaube, das passt ganz gut, weil ich auch irgendwie versuche, in meinem Film nochmal einen anderen Blickwinkel auf psychische Erkrankung zu ermöglichen. Ich komme aus Düsseldorf. Und bin dann fürs Studium nach Köln gezogen und muss sagen, dass ich mich in Köln total wohl fühle.

Jelena

03:35 – 04:04

Also ich fühle mich tatsächlich in Köln sehr viel heimischer als in Düsseldorf. Genau, ich finde es immer ein bisschen affig, dieses Köln-Düsseldorf-Ding. Ich habe einfach das Gefühl, dass ich hier in Köln meine Menschen so gefunden habe, meine Freundinnen und meine Freunde. Und hier habe ich ja auch mein Studium begonnen und ich habe auch erst im Studium wirklich das Gefühl gehabt, dass ich so auch bei mir angekommen bin und dass irgendwie Schulzeit tatsächlich auch sehr viel dadurch geprägt war, dass ich eben so allein war mit den Problemen in meiner

Jelena

04:04 – 04:17

Familie oder mit der Krankheit meines Vaters. Und im Studium hat sich das halt angefangen zu ändern, dass ich irgendwie in einem sehr kreativen Umfeld war, in einem sehr offenen Umfeld, was ganz viele Themen betrifft.

Conni
04:17 – 04:18

Hast du Geschwister?

Jelena

04:19 – 04:26

Nee. Und das ist fatal, absoluter Horror. Ich bin ein komplett unglückliches Einzelkind.

Conni
04:26 – 04:48
Okay, dann fangen wir mal an damit, so ein bisschen die Geschichte chronologisch aufzuarbeiten. Wie alt warst du? Wann hat das angefangen, dass du gemerkt hast, irgendwie hat dein Vater Probleme oder verhält sich seltsam?

Ich weiß gar nicht, wie ich es nennen soll. Man kann ja nicht sagen, wann hast du gemerkt, dass er eine Psychose hat. Also es geht ja ganz anders los, nehme ich an.

Jelena

04:48 – 05:14

Meine Eltern haben sich getrennt, da war ich anderthalb. Ich hab nie so ein richtiges Familienleben mitbekommen mit den beiden. Und ich hatte schon immer eine sehr besondere Beziehung zu meinem Vater, weil mein Vater ganz anders war als die anderen Väter. Also mein Vater war halt kein Anwalt, kein Arzt, kein Lehrer, kommt nicht aus einer Akademikerfamilie, sondern ist halt Künstler.

Jelena

05:14 – 05:25

Und malt. Genau, malt, baut Skulpturen. Und hat dadurch aber auch ein ganz anderes Leben als die meisten Väter gehabt haben. Und er war natürlich auch Wochenendpapa, das muss man auch dazu sagen.

Jelena

05:25 – 05:37

Er hat die ganzen Privilegien des Vaterseins genossen. Hat also nur den Funpart mit mir gemacht. Aber er hat das wirklich gut gemacht. Also er war ein ganz liebevoller, abenteuerlustiger Vater.

Jelena

05:37 – 05:57

Ich habe super viele kreative Sachen mit ihm gemacht. Wir haben immer zusammen gezeichnet und gemalt. sind zusammen in den Wald gegangen, haben morsche Hölzer umgedreht und geguckt, was da alles so krabbelt und uns nahe haben ausgedacht zu diesen Käferchen und Tierchen. Und generell durfte ich bei ihm halt immer alles machen, was ich wollte.

Jelena

05:57 – 06:07

Das hat uns sehr verbunden einfach. Und er hat mich als Kind auch immer sehr ernst genommen. Und das fand ich sehr schön. Er hat mich immer nach meiner Meinung gefragt zu seiner Kunst zum Beispiel.

Jelena

06:07 – 06:21

Er hat mich generell als Kind sehr oft nach meiner Meinung gefragt zu Dingen. Und ich glaube, deswegen habe ich jetzt auch so viele Meinungen. Oder mach mir so viele Gedanken über Dinge, wie ich sie wahrnehme und was mir daran gefällt und so. Das war schon immer sehr besonders. Und dann fing es halt…

Conni

06:22 – 06:28

Bist du ihm ähnlich? Also ein Papa-Kind oder ein Vater-Kind, wie man manchmal sagt?

Jelena

06:28 – 06:50

Das kann ich so nicht sagen.

Ich glaube, weil einfach die Bedingungen dafür so unfair sind. Also wenn man wirklich nur einen Elternteil hat, was nur für den Fun zuständig ist und keine Verantwortung hat, finde ich unfair, das zu sagen, dass ich ein Papa-Kind bin. Ich habe meiner Mama sehr viel zu verdanken. Aber ich bin, was so die Art, die Welt zu betrachten angeht und was den Humor angeht und was dieses Spielerische angeht, bin ich ihm total ähnlich.

Jelena

06:50 – 06:58

Aber das haben beide meine Eltern. Aber ich glaube, meine Mama konnte das halt nicht so viel ausleben, dadurch, dass sie eben alleinerziehend war. Genau.

Conni

06:58 – 07:07

Okay, und wann, die Frage war ja auch, wann ist dir das aufgefallen, dass da irgendwas zu uns rutschen kam oder ich weiß nicht, wie du es empfunden hast.

Jelena

07:07 – 07:30

Nein, dass mein Vater anders ist, das habe ich ja gerade, also immer anders war als andere Väter, habe ich ja gerade schon gesagt. Also das ist mir schon aufgefallen, dass ich irgendwie viel mehr Abenteuer erlebt habe mit ihm als andere Kinder mit ihren Vätern. Und irgendwann fing das aber an, dass es hieß, ja, der Papa ist krank oder der Papa ist im Urlaub. Und ich wusste als Kind, mein Vater reist, mein Papa ist kein Mensch, der auf Reisen geht, überhaupt nicht.

Jelena

07:30 – 07:40

Mein Papa fühlt sich zu Hause am wohlsten. Und dann fand ich das immer komisch, dass er dann im Urlaub ist. Und dann fand ich es auch komisch so, hä? Warum erzählt er danach nie was vom Urlaub?

Jelena

07:40 – 07:50

Warum sieht der nicht braungebrannt aus? Warum hat er mir keine Postkarte geschrieben? Warum… Warum sehe ich hier nichts, was er sich aus dem Urlaub mitgenommen hat?

Jelena

07:50 – 08:07

Also, das kam mir immer komisch vor. Und das war… Das kann ich gar nicht so genau sagen, aber ich würde sagen, es fing in der Grundschule an. Und dann irgendwann war das auch so, dass er, wenn er Psychosen hatte, immer sehr böse Nachrichten auf den Anrufbeantworter gesprochen.

Jelena

08:08 – 08:34

Daran erinnere ich mich, dass ich sehr schlechte Erinnerungen an diesen Anrufbeantworter habe und dass meine Mutter mich dann immer, wenn sie den abgehört hat, in mein Zimmer geschickt hat, weil sie nicht wusste, was da drauf ist. Genau. Ich glaube, sodass ich das so bewusst wahrgenommen habe, dass das da irgendwas off ist, also nicht nur im positiven Sinne, diese Andersartigkeit, sondern dass irgendwas nicht ganz stimmt, würde ich sagen, so im Grundschulalter. Man spürt ja als Kind wahnsinnig viel, man merkt ja, irgendwas passt da nicht.

Jelena

08:34 – 08:39

Auch wenn man da vielleicht noch nicht die Worte für hat oder das Wissen oder die Gedanken dazu.

Conni

08:39 – 08:44

Woher sollten die Worte auch kommen, wenn ihr gar nicht darüber gesprochen habt? Wenn das so ein Geheimnis war, da wollte deine Mutter dich schützen, nehme ich an.

Jelena

08:45 – 09:05

Genau.

Ich habe letztens mit meiner Mutter noch mal gesprochen. Sie hat mir erzählt, dass ich 14 war, als sie mir das erste Mal so richtig erklärt hat, beziehungsweise so. Da hat sie mir vor allem von den Drogen erzählt, weil mein Vater hatte ja eine drogenindizierte Psychose und hatte eine Suchterkrankung noch dazu.

Conni

09:05 – 09:11

Ich stelle mir gerade vor, das waren ein paar Jahre, in denen du so in der Schwebe warst, auch nicht so richtig wusstest, was ist eigentlich los.

Jelena

09:11 – 09:25

Das ist interessant, weil ich selber gar nicht so richtig… Ich habe an dieser Zeit keine… verbalen Erinnerungen, also nicht in Worten. Ich habe tatsächlich nur gefühlte Erinnerungen an diese Zeit.

Jelena

09:25 – 09:41

Und ich glaube, was für mich irgendwie sehr prägend war, ist, dass ich immer eine wahnsinnig gute Zeit mit ihm hatte und dass die dann ganz plötzlich aufgehört hat und man nie wusste, für wie lange. Es waren teilweise Wochen, manchmal Monate. Es gab aber auch tatsächlich Jahre, in denen wir uns nicht gesehen haben. Das war dann tatsächlich eher so, als ich Teenager war.

Jelena

09:42 – 10:07

Aber das war, glaube ich, das, was mir so zu schaffen gemacht hat, dass es da keine Verlässlichkeit gab. Es gab halt irgendwie Anzeichen, wenn er anfing, Sachen zu sagen, wie sagt das nicht der Mama? Das war schon immer ein Zeichen, wo ich als Kind gemerkt habe, warum nicht? Was ist hier gerade auf?

Was stimmt hier gerade nicht?

Conni
10:07 – 10:11

Also du hast ihn ab und zu getroffen dann trotzdem?

Jelena

10:12 – 10:44

Nur wenn er clean war. Nur wenn er clean war.

Meine Mama hat mir auch gesagt, sie hat meinem Vater gesagt, hey, du darfst dein Kind jederzeit sehen, die Voraussetzung ist aber, dass Jelena das möchte und dass du clean und nüchtern bist und klar bist. Und das Ding ist, wenn er eine Psychose hat oder wenn er anfängt, Drogen zu nehmen oder so, das ist total krass, aber seine Stimme verändert sich. Und er spricht dann auch anders. Und meine Mama hat dann sehr feines Gehör für und hat anhand der Stimme ganz oft gesagt, nee, du triffst den Papa nicht.

Conni

10:44 – 10:48

Und das war doch für dich bestimmt ärgerlich und auch verstörend oder?

Jelena

10:48 – 11:08

Ich glaube, das krasse an Kindern ist, dass sie sich sehr schnell an alles gewöhnen. Und ich glaube, dass ich generell ein Mensch bin, der relativ belastbar ist und viele Sachen irgendwie annehmen kann, weil man ja nichts machen kann. Ich glaube, was man dann irgendwie, wo der Handlungsspielraum stattfindet, ist eben, was mache ich mit dieser Situation, in der es eben keinen Spielraum gibt.

Conni

11:08 – 11:22

Du hast im Psychoseforum mal irgendwann gesagt, dass dir das auch mal unangenehm war, deinen Freundinnen gegenüber, so habe ich es zumindest erinnert, wenn dein Vater sich irgendwie komisch verhalten hat. Was waren das für Situationen?

Jelena

11:22 – 11:35

Naja, eine Sache, die mir schon irgendwie unangenehm war, war, dass mein Papa halt immer Kette geraucht hat. Und wenn ich von meinem Papa-Wochenende wiedergekommen bin oder als Kind in der Schule saß, ich hab gerochen wie ein Aschenbecher.

Jelena

11:35 – 11:46

So. Und das war ja damals noch ganz anders. Man hat ja auch neben Babys geraucht in den 90ern und so. Da gibt‘s auch lustige Aufnahmen im Archivmaterial, wie mein Vater mich als Baby so voll qualmt.

Jelena

11:46 – 12:11

Da fing es irgendwie schon an, dass ich mich ein bisschen geschämt habe dafür, dass ich dann so nach Rauch rieche. Das sind so ganz Kleinigkeiten. die anderen Kinder von Anzugvätern abgeholt wurden und mein Papa halt Künstler war und immer voll die im Nachhinein total tolle Klamotten hat, aber er sah halt immer ein bisschen funky aus im Vergleich zu den anderen Vätern. Da fing es schon so an, dass man so ein bisschen irgendwie so ne Scham hat.

Jelena

12:11 – 12:39

Aber es lag auch daran, dass wir halt damals echt nicht so viel Geld hatten und ich immer in so Bonzenklassen unterwegs war. Und dann ist es halt, fängt man, fängt da schon eine Charme an. Dafür gehört, es hat eher mit Klassismus was zu tun, aber dass man da schon irgendwie angefangen hat, so ein Unwohlsein oder so eine Scham für das Elternteil zu entwickeln, weil man eben nicht so einen schicken schnieken Vater hat. Im Nachhinein finde ich das sehr viel angenehmer und cooler, weil ich viel mehr erlebt habe.

Jelena

12:39 – 13:03

Aber mit der Scham, das fing an, als zum Beispiel Klassenkameraden oder Kameradinnen irgendwie in der Nähe von meinem Papa gewohnt haben und ihn dann eben auch in diesen Zeiten gesehen haben, wo ich ihn nicht gesehen habe. Wo er dann irgendwie so komplett rumgetitscht ist, oder dann … Das ist … Das ist krass, beim Vater, sein Äußeres ändert sich sehr krass.

Jelena

13:03 – 13:17

Wenn er Psychosen hat, wird er teilweise ganz dünn. Und es wird komplett ausgemergelt und sieht einfach sehr, sehr gruselig und unheimlich aus. Also, dass dieses … Also, dass sein Erscheinungsbild Menschen schon Angst macht, weil er einfach …

Jelena

13:17 – 13:34

ne ganz andere Präsenz dann hat, das war mir immer sehr unangenehm. Genau, oder auch als… Dann haben Freunde gesagt, wir haben deinen Vater in der Bahn getroffen, wir haben ihm ein Bier gegeben, und ich wusste, mein Vater darf keinen Alkohol trinken.

Jelena

13:34 – 13:56

Und das war nicht cool. Oder auch, was man irgendwie so von Drogenabhängigen kennt, keine Ahnung, sieht man ja auch in Köln, im Neumarkt, Ebertplatz, dass die dann einfach auffällig sind, dass sie laut Musik hören, dass sie irgendwie Raum einnehmen. mit sich reden oder so. Solche Situationen, das war mir unangenehm.

Conni

13:56 – 14:09

Trotzdem, unser Thema ist ja so drüber reden. Jetzt haben wir eigentlich eher so über drüber schweigen bisher gesprochen. Und hat das dann einen Unterschied gemacht? Erinnerst du dich überhaupt noch daran, wie deine Mutter dir das gesagt hat?

Jelena

14:09 – 14:26

Ich habe es tatsächlich komplett vergessen, bis sie mir gesagt hat, noch mal gesagt hat, wo sie mir das gesagt hat. Das war draußen im Sommer auf einer Terrasse…von meine Patentante hat ein Restaurant. Da saßen wir draußen, da hat sie mir das gesagt. Und ich weiß noch, dass ich es sehr cool getan habe.

Jelena

14:26 – 14:40

Ich habe mir eh schon gedacht, wusste ich schon, weil ich nicht wollte, dass man dann noch weiter darüber sprechen muss. Ich habe einfach gesagt, ja, wusste ich schon und habe es immer abgeblockt.  

Conni
14:40 – 14:41
Weil dir das zu nahe ging?

Jelena

14:45 – 15:06

Ich kann das gar nicht so genau sagen. Einmal, weil es mir unangenehm war, weil es mir irgendwo Angst gemacht hat. Meine Mama hat generell schon so viel gestruggelt als Alleinerziehende. Sie hatte so viele Aufgaben oder so viel auf ihrem Teller, dass ich da jetzt nicht noch irgendwas dazupacken wollte.

Jelena

15:06 – 15:25

Und ich glaube, dass es halt bei uns auch nochmal so besonders ist dadurch, dass ich eben Einzelkind bin, dass meine Mutter alleinerziehend war, dass sie einen Migrationshintergrund hat. Das macht die Sache noch viel, viel schwieriger. Und ein psychischer Krankenvater. Ich habe so das ganze Paket mitgegeben bekommen.

Jelena

15:25 – 15:39

Und eben noch diese Klassismus-Sache und so. Das sind halt ganz viele Mehrfachdiskriminierungen, die da irgendwie so zusammenspielen und dann ja, ich weiß es gar nicht mehr so genau.

Conni

15:39 – 15:48

Und hast du denn auch dir so Gedanken gemacht, ob du vielleicht irgendwas mit der Erkrankung deines Vaters zu tun hast, wie man das ja von Kindern häufiger hört?

Jelena

15:48 – 16:10

Tatsächlich war das nie ein Punkt.

Ich hatte dann eher Angst irgendwann als Kind, dass ich dann auch krank bin oder dass ich auch krank werde. Ich glaube, ich habe das nie gedacht, dadurch, dass ich diese Krankheit ja schon immer irgendwie so gespürt habe und dass ich wusste, dass es irgendwie zu ihm dazugehört und dass das halt schon da war.

Conni

16:10 – 16:13

Glaubst du, dass das schon vorher da war?

Jelena

16:13 – 16:31

Na, ich weiß ja, dass es schon vorher da war.

Die Psychosen haben ja angefangen, schon bevor ich auf der Welt war. Und auch wenn ich damals keine Worte dafür hatte oder nicht wusste, was es ist, habe ich ja danach gewusst, dass es die Erklärung da war.

Conni

16:31 – 16:38

Wie ging das dann weiter? Du warst jugendlich, du wohntest immer noch bei deiner Mutter, hast deinen Vater aber ab und zu gesehen, aber manchmal jahrelang nicht.

Jelena

16:37 – 17:07

Genau, da habe ich tatsächlich auch so zeitliche Lücken. Aber ich weiß, dass mein Vater ab meiner Jugend rum zehn Jahre lang Amphetamine genommen hat und da so komplett abgeschmiert ist. Und das war eine Zeit, in der ich ihn sehr wenig gesehen habe. Und ich kann mich daran erinnern, dass wir uns einmal gesehen haben, da war ich noch ein Kind und dann gab es einen sehr großen Sprung und auf einmal hat er mich wiedergesehen, da war ich so Teenie-Girl und dann hatte er auch so langsam so ein bisschen eine

Jelena

17:07 – 17:24

fraulichere Figur und ich weiß noch, dass er mich zur Begrüßung dann nicht umarmt hat, sondern hat mir die Hand gegeben, weil er einfach nicht mehr wusste, wie er mit mir umgehen sollte, weil ich auf einmal so eine kleine Minifrau war. Also ich war noch nicht wirklich… Eine junge Frau, keine Ahnung, irgendwie so mit 13 ist man ja auch noch ganz komisch dazwischen. Hat eine Scheu gehabt.

Jelena

17:24 – 17:44

Aber der hat mich nicht umarmt und ich so hä? Warum umarmst du mich nicht? Und er konnte dann auf einmal nicht mehr so richtig mit mir umgehen, auch weil ich ja, weil wir uns ja sehr viel über diese kindliche Ebene verbunden haben damals, weil wir sehr viele Abenteuer zusammen erlebt haben, wo er das Gefühl hatte, dass man das mit mir als Teenie glaube ich nicht mehr machen kann.

Conni

17:44 – 17:51

Du hast eben gerade mal kurz erwähnt, dass es da Archivmaterial gibt. Habt ihr früher Filme gemacht dann schon in der Familie?

Jelena

17:51 – 18:10

Meine Mama hat gefilmt, aber von meinem Papa und mir gibt es wenig Archivmaterial im Sinne von Bewegtbild. Wir haben viele Fotos und so ein paar Sachen, die wir gemalt haben zusammen

Aber Bewegtbild gibt es eigentlich mehr mit meiner Mama.

Conni

18:12 – 18:19

Okay, wir sind jetzt also so in deinen Jugendjahren. Dein Vater ist immer noch krank. Die ganze Zeit.

Jelena

18:19 – 18:29

Ja, mein Vater wird für immer krank sein. Ja, die Phasen, wenn er halt clean war. Aber er ist halt irgendwie gefangen in so einem Kreislauf.

Jelena

18:31 – 18:52

Fangen wir mal mit einer psychotischen Phase an. Danach bekommt er Medikamente, ist irgendwann gut eingestellt. Dann kommt die depressive Phase, dann kommt Scham, Schuld, die ganze Reflexion über die Zeit in der Psychose. Danach, der depressiven Phase, kommt vielleicht eine bessere Phase, wo es ihm ganz gut geht.

Jelena

18:52 – 19:09

Dann kommt die Phase, in der man denkt, man kann ja vielleicht die Tabletten weglassen, ich kann das doch ohne. Und das ist halt dann, wo es komplett wieder kippt, wo es dann in die Manie geht, wo es dann wieder in die Psychose geht. Und das war ein Kreislauf, in dem er sehr, sehr, sehr viele Jahre gefangen war. Das ist ja sogar in Forensik gekommen dann irgendwann.

Jelena

19:09 – 19:18

Genau, das war der Punkt, an dem dieser Kreislauf durchbrochen wurde, weil er dann wirklich fünf Jahre am Stück clean war.

Conni

19:18 – 19:19

Wie alt warst du da?

Jelena

19:18 – 19:21

Ich glaube, das war 2017. Vor sieben Jahren, da war ich 23.

Conni

19:21 – 19:24

Magst du sagen, warum er in die Forensik gekommen ist?

Jelena

19:24 – 19:25

Nee.

Conni

19:25 – 19:27

Und er war ein paar Jahre dann in der Forensik. Genau.

Conni

19:28 – 19:39

Okay, also unser Thema ist ja Öffentlichkeit oder darüber reden. Wann hast du mit Freunden, Freundinnen darüber gesprochen, die anderen mitgeteilt?

Jelena

19:39 – 19:50

Ich glaube, das fing tatsächlich so richtig erst im Studium an.

Conni

19:50 – 19:51

In der Schulzeit noch gar nicht?

Jelena

19:52 – 20:03

Ich überlege gerade. Beste Freundin? Ich hatte nie so… Ich hatte immer viele Freunde und Freundinnen, aber nie so…

Jelena

20:03 – 20:08

Nee, meine alte… Nee, stimmt nicht. Ich habe… Ich hatte eine Kindheitsfreundin, die ist aber drei Jahre jünger gewesen als ich.

Jelena

20:08 – 20:20

Und da habe ich es nicht gesagt. Ich habe ihr das erst tatsächlich auch… Erst im Studium gesagt. Nee, hab ich nicht.

Conni

20:20 – 20:29

Okay. Hat dann so lange gedauert. Du warst ziemlich alleine damit? Oder hast du das mit deiner Mutter dann so teilen können, nachdem sie dir dann mit 13 oder 14, 14 war es ja, das dann erzählt hat?

Jelena

20:29 – 20:50

Wir haben nicht so viel darüber gesprochen, weil ich auch gemerkt habe, dass sie da viel mehr darunter leidet als ich. Weil mein Vater irgendwie seine verbalen Angriffe und auch andere Sachen, das hat mehr sie getroffen als mich. Und sie war da viel mehr Ja, sie war einfach viel betroffener als ich.

Conni

20:50 – 20:52

Also hat‘s dich gar nicht so belastet?

Jelena

20:52 – 21:09

Natürlich hat mich das belastet. Das ist Horror, ein psychotisches Elternteil zu haben. Das ist total gruselig. Du hast zwei Väter, du hast den liebsten Menschen ever, bei dem du alles machen kannst, bei dem du voll und ganz akzeptiert wirst.

Jelena

21:09 – 21:31

Wo du ganz viel Liebe bekommst, wo du … wo du einfach du sein kannst. Und dann gibt es diesen Cut, den ich damals nicht mitbekommen habe, und dann ist es einfach dieses absolute Monster. Also wirklich, mein Papa war damals im Psychosen einfach ein richtiges Monster und hat, gerade auch als ich dann jugendlich war, mir auch dann auf meiner Handy-Mailbox ganz, ganz schlimme Nachrichten draufgesprochen.

Jelena

21:31 – 21:47

Es ist total belastend, es ist mega gruselig. Du kriegst, egal wie alt du bist, ob du ein Kind bist, ob du erwachsen bist, ob du Oma, Opa bist, du kriegst es nicht gewechselt, diese Krankheit zu greifen. Man kann die ja nicht richtig greifen. Die sieht ja auch immer anders aus und die sieht ja auch bei jedem Menschen anders aus.

Conni

21:47 – 21:55

Und hat dann sehr persönliche Züge, die einen ja auch persönlich betreffen. Ja. Man kann gar nicht sagen, ach, das lasse ich jetzt nicht an mich ran, der ist ja krank.

Jelena

21:55 – 21:57

Nee.

Conni

21:59 – 22:04

Kann man nicht. Okay, also dann muss es ja, stelle ich es mir jetzt ganz schön hart vor, nicht mit anderen darüber sprechen zu können.

Jelena

22:04 – 22:13

Das ist die absolute Qual gewesen. Und deswegen kam ich auch irgendwann an den Punkt, an dem es halt nicht mehr anders ging. Wo man merkt, das arbeitet so krass mit mir.

Jelena

22:13 – 22:23

Und ich weiß ja, dass ich damit nicht alleine bin. Es gibt so viele Menschen mit psychischen Erkrankungen. Und all diese Menschen haben in der Regel auch Angehörige.

Conni

22:23 – 22:24

Wusstest du das schon?

Jelena

22:24 – 22:36

Dass ich damit nicht alleine bin? Ich hab‘s dann gemerkt nach und nach. Ich hab mich einfach mehr damit auseinandergesetzt. Und hab auch irgendwann gemerkt, Druck in mir oder auch das, was ich zu erzählen habe.

Jelena

22:36 – 23:02

Ich habe ja ein Filmstudium gemacht und auch alle Geschichten, die irgendwie aus mir rauskamen, die ich erzählen wollte, haben sich dann um diese Dynamiken gedreht. Und dann habe ich gemerkt, okay, das muss halt einfach einmal raus. Deswegen bin ich auch so froh, wenn dieser Film fertig ist, dass ich dann endlich andere Geschichten wieder erzählen kann. Dann ist die Geschichte einmal raus, dann habe ich das einmal bearbeitet, habe meine Auseinandersetzung in Fleißarbeit und in aller Intensität durchgearbeitet und bin danach auch wieder freier für andere Geschichten.

Conni

23:03 – 23:12

Und als du darüber gesprochen hast, was für Reaktionen kamen da? Was hat das bewirkt? Was hattest du für Begegnungen dann?

Jelena

23:12 – 23:42

Ich glaube, es war ein Schreiben-Seminar, wo man einfach Sachen beschrieben hat und für sich gegenseitig vorgelesen hat.

Und die Regel in diesem Seminar war, dass man nicht wertet über die Texte, dass man einfach sich gegenseitig zuhört. Und dann hab ich das so ein bisschen, ich hab‘s nicht so dokumentarisch geschrieben, sondern ich hab das irgendwie so fiktionalisiert und hab einfach vorgelesen und hab‘s dann einfach in diesem Raum mal stehen lassen. Und es kam halt keine Reaktion. Und das war aber in dem Moment ganz angenehm, weil ich ja genau Angst hatte vor den Reaktionen.

Jelena

23:42 – 24:11

Und dadurch, dass der Setting irgendwie so war, dass wir einfach nur hören und nicht werten, war das für mich ein ganz guter Ort, das da zum ersten Mal so ein bisschen anzudeuten. Und danach habe ich das quasi Schritt für Schritt ein bisschen weiter gemacht. Und dann, wenn man danach irgendwie in der Gruppe nach dem Seminar zusammensaß, dann kam vielleicht auch mal eine Frage so, hey, wie kommst du, dass du dich mit dem Thema befasst und so. Und dann habe ich nach und nach immer mehr angefangen, darüber zu sprechen und gemerkt, dass sich mit jedem Gespräch dieser Knoten einfach ein bisschen mehr gelöst hat.

Jelena

24:11 – 24:36

Und dass dann eben auch, wenn man sich öffnet, dass man dann auch irgendwie andere Menschen dazu bringt, sich zu öffnen. Und dass dann irgendwie ein Dialog entsteht und dass dann auch ein Austausch und eine Verbindung entsteht und dass man merkt, dass man teilweise sehr ähnliche Geschichten hat.

Conni

24:25 – 24:32

Was hättest du denn befürchtet? Wie hätten die Leute reagieren können?

Jelena

24:32 – 25:13

Ich glaube tatsächlich, dass Dadurch, das hatte ich eben kurz angedeutet, dass im Studium wusste ich, dass es ein sehr offenes Umfeld ist, ein sehr diverses Umfeld und ein sehr künstlerisches Umfeld. Ich glaube, diese Angst, oder warum ich früher in der Schulzeit nicht drüber gesprochen habe, war, dass ich einmal Angst hatte, dass Leute meinen Vater abwerten, dass sie ihn nur noch als den kranken Mann sehen und dass sie mich nur als das Kind eines Kranken sehen. Das ist interessant, das fällt mir gerade schwer in Worte zu packen.

Conni

25:13 – 25:24

Also du hast ja vorhin gesagt, dass eine deiner ersten Ängste auch war, dass du das auch mal kriegen kannst.

Hättest du auch befürchtet, dass die dich dann komisch angucken? Dass das quasi auf dich abfärbt?

Jelena

25:24 – 25:53

Ja, bestimmt. Aber das vor allem mehr in der Teenagerzeit, weil man da ja selber noch so am Schwimmen ist. Man hat sich ja noch gar nicht so richtig gefunden und sucht irgendwie nach Vorbildern und merkt so, okay, Der klassische Vater, die Vaterfigur ist es jetzt halt nicht. Wer bin ich? Ja. Naja und dadurch, dass meine Mutter halt so viel arbeiten musste, weil mein Vater ja auch keinen Unterhalt gezahlt hat, ich hab einfach sehr viel Zeit als Kind alleine verbracht.

Jelena

25:54 – 26:12

Und bin Meisterin im Denken geworden in der Zeit. Also wirklich. Ich glaube, das Gute daran ist, dass ich dadurch super viel Fantasie habe und die auch immer noch habe. Und dadurch auch irgendwie so gerne Geschichten erzähle und mich so gerne in Geschichten geflüchtet habe.

Jelena

26:12 – 26:13

Aber das war, glaube ich, dann auch eher in der Teenie-Zeit, dass ich dann Angst hatte, dass man einfach abgewertet wird oder man Vater als Mensch abgewertet wird.

Conni

26:13 – 26:33

Und das war dann nicht so, weil du ja auch dir den richtigen Raum und Rahmen gesucht hast. Bist du dann stärker geworden und mutiger und hast es überhaupt mehr erzählt?

Jelena

26:33 – 27:09

Naja, ich habe halt dann einfach sehr gute Erfahrungen gemacht.

Dadurch, dass ich eben auf so offene Ohren gestoßen bin und dadurch, dass viele in meinem Studium entweder selber auch betroffen waren, du hast auch von Depressionen und so weiter angesprochen. Entweder haben dann die Menschen von sich erzählt oder eben auch von Verwandten. Natürlich ist bei meinem Papa nochmal alles immer eine Nummer größer als bei den meisten, auch irgendwie das mit der Forensik und dann auch noch, dass seine Krankheit auch oft so einen Ausdruck findet in seiner Kunst. Es gibt ja auch viele Leute, die sind krank und man sieht es gar nicht und es gibt auch keinen Output von denen.

Jelena

27:09 – 27:26

Aber bei meinem Papa sieht man ganz arg, dass er krank ist und er hat einen wahnsinnigen Output. Die Krankheit von meinem Vater hat durch ihn einfach schon eine krasse Präsenz. Das ist bei vielen Leuten nicht so. Je nach Krankheit sieht es ja anders aus.

Conni

27:26 – 27:37

Hat es dann dir gutgetan? Also so klingt es ja, dass du dich austauschen konntest mit anderen, dass du andere Schicksale auch mit psychischen Erkrankungen gehört hast.

Jelena

27:37 – 28:11

Es ist so krass, weil ich jetzt tatsächlich keinen Funken Scham mehr habe. Ich schäme mich überhaupt nicht mehr.

Und ich muss mich wirklich sehr aktiv an diesen Zustand zurückerinnern, weil ich das irgendwie wirklich gut verarbeitet habe, glaube ich, inzwischen. Und es war eine wahnsinnige Erleichterung, darüber zu sprechen. Und ich kann es wirklich allen Menschen irgendwie nur ans Herz legen. Ich weiß aber auch, dass ich das Glück hatte, dass ich dadurch, dass ich in einer Kunsthochschule war, in einem sehr in einem sehr offenen Raum war.

Jelena

28:11 – 28:21

Ich weiß, dass in anderen Bubbles da gar nicht drüber gesprochen wird. Und ich hatte einfach wahnsinniges Glück, dass ich die richtigen Menschen gefunden habe.

Conni

18:21 – 18:23

Hast du es dann auch mal in einer anderen Bubble dann erzählt?

Jelena

28:23 – 28:47

Naja, ich gehe jetzt in die Öffentlichkeit.

Aber ich habe jetzt die Stärke, und ich mache das nur, weil ich jetzt eine Stärke habe, die ich vorher nicht hatte. Mir kann, wenn mir jetzt jemand sagt so, hä, dein Papa ist voll der Spinner, dann denke ich mir so, ja und? Also hä? Dann ist er halt mal ein Spinner, aber er ist halt nicht nur ein Spinner, sondern er ist halt auch ein ganz anderer, toller, liebevoller Mensch.

Jelena

28:47 – 28:55

Und diese Stärke habe ich jetzt. Also mir kann keiner mehr was. Also wirklich, ich bin da nicht mehr angreifbar, was das angeht.

Jelena

28:55 – 29:00

Ja, da bin ich auch sehr froh drum. Das war lange genug nicht so. Genau.

Conni

29:00 – 29:29

Und jetzt hast du schon den Film wieder angesprochen.

Im Grunde haben wir jetzt den Bogen ja schon so ein bisschen geschlagen, denke ich. Thema drüber reden und Film machen ist ja noch mal eine Stufe mehr als drüber reden, sodass mir sofort so Fragen kommen wie, gibt es da Grenzen des Erzählbaren? Gibt es da eine Stimme der Loyalität in dir, die sagt, hey, das darf ich von meinem Vater nicht erzählen? Du hast ja jetzt sehr offen schon gesprochen mit mir darüber und viel erzählt. Worauf fußt das? Warum traust du dich das?

Jelena

29:29 – 29:45

Ich habe ja vorhin schon kurz angedeutet, dass mein Vater und ich immer so Projekte miteinander hatten. Wir haben immer zusammen gezeichnet oder wir haben immer eine Form von Kunst, also wir haben immer Kunst miteinander gemacht.

Jelena

29:46 – 30:04

Entweder wir haben Kartoffeln genommen, da Reißzwecknadeln und Streichhölzer reingestellt, Kartoffelmännchen gebastelt und sind in den Wald gegangen und haben Plakate gemalt und die verkauft. Und von dem Geld haben wir uns dann Süßigkeiten gekauft. Oder wir haben eine komplette Leinwand vollgemalt mit ganz vielen kleinen Figuren. Wir haben immer schon gemeinsam Kunst geschaffen.

Jelena

30:04 – 30:30

Nun ist es so, dass mein Weg so verlaufen ist, dass ich eben Filme mache. Und irgendwie war das klar, dass wenn wir uns sehen, dass es irgendwie die logische Konsequenz ist, dass wir dann auch wieder zusammen Kunst machen, weil es jetzt bei mir eben das Medium Film ist. war dann auch irgendwann relativ schnell klar, dass ich das auch filmisch bearbeiten möchte. Ja klar, der ist ja komplett dabei.

Jelena

30:30 – 30:46

Genau, da komme ich jetzt aber auch hin. Ich würde nicht so offen über die Krankheit von meinem Vater reden, wenn er nicht selber so offen damit umgehen würde. Also natürlich… zählt das, was er sagt, und er entscheidet auch, worüber er reden will oder nicht.

Jelena

30:46 – 31:00

Und er sagt mir auch ganz offen, nee, will ich nicht, darüber rede ich nicht. Aber es ist unser Film. Also, ich mach zwar die Regie, aber wir sind oft zusammen im Bild. Es ist sehr offengelegt, die Interviewsituation.

Jelena

31:01 – 31:24

Es ist nicht perfekt geschnitten, weil mein Papa und ich sind auch nicht perfekt. Wir haben keine Bilderbuchfamilie in dem Sinne. Aber … Was wir haben, und ich glaube, das ist das, was eben auch das Coole darin ist, dass mein Papa eben nicht so ein schicki-micki-Anzug-Papa ist, der, keine Ahnung, keinen Kontakt zu seinen Kindern hat.

Jelena

31:24 – 31:39

Es gab immer eine sehr intensive Auseinandersetzung zwischen uns beiden. Und wir haben eine sehr besondere und intensive Beziehung, wo es keine Tabus gibt. Wir reden über alles. Und ich kann meinem Papa auch sagen zwischendurch, ey, du hast mir wahnsinnige Angst gemacht.

Jelena

31:39 – 32:08

Ich hatte ganz, ganz schlimme Angst vor dir. Oder ich kann ihm auch sagen, hey, du warst da wirklich ein Monster und nicht greifbar. Und ich würde mir wünschen, dass, oder ich habe ihm auch mal als Jugendliche gesagt, ich würde mir wünschen, dass du stark genug bist, dass ich dir mal meinen ganzen Wut dir entgegenwerfen kann, was das in mir aus ist, wenn du in der Psychose so scheiße mit mir umgehst. Und ich kann da sehr, sehr offen drüber reden und er kann das auch einsortieren und erklärt mir dann aber auch, wie das war von seiner Perspektive aus.

Jelena

32:09 – 32:22

Und er erklärt mir, wie es ist, krank zu sein. Und es ist ein Austausch darüber. Wir haben beide unsere Perspektiven auf diese Krankheit. Und ich glaube, das ist das Besondere, dass wir da sehr, sehr ehrlich miteinander reden.

Jelena

32:22 – 32:35

Und ich durch seine Erfahrungen und durch seine Worte irgendwie ihn sehr viel besser verstehen kann. Und er aber auch durch mich merkt, was er in anderen auslöst.

Conni

32:35 – 32:39

Das heißt, der Film ist so ein Entwicklungsmedium für euch beide eigentlich?

Jelena

32:39 – 33:33

Ich glaube, der Film intensiviert diese Auseinandersetzung und gibt uns aber auch nochmal Möglichkeiten, ein bisschen spielerisch auch damit umzugehen.

Es gibt auch eine Animationsebene in dem Film. Während mein Vater in der Forensik war, haben wir uns immer ein Buch hin und her geschickt, in das wir hineingezeichnet haben. Und daraus entstehen zum Beispiel Animationen im Film oder Naja, es gibt einfach die Möglichkeit, diese Krankheit nochmal von allen Seiten zu betrachten, auch irgendwie eine Chronologie nochmal sich anzuschauen. Und ich glaube, das Größte ist, dass wir damit eben an der Öffentlichkeit gehen, dass wir, glaube ich, in der Art Dialog vorleben, dass wir anderen Menschen zeigen, so kann man damit umgehen, nicht nur mit dem Schritt nach an die Öffentlichkeit gehen, sondern so kann man auch innerhalb der Familie damit umgehen.

Conni

33:33 – 33:35

Was kommt deine Mutter auch vor?

Jelena

33:35 – 33:43

In dem Film? Ja, aber nicht im Bild, sondern nur im Ton.

Profitiert sie auch davon, dass du so intensiv mit deinem Vater darüber sprichst?

Jelena

33:43 – 33:49

Was meinst du mit profitieren?

Conni

33:49 –

Dass sie diese Dinge vielleicht versteht oder befriedet ist mehr.

Jelena

33:55 –

Ich glaube, das ist für sie sehr schwer, dass ich diesen Film mache, weil ich natürlich Wunden aufreiße.

Also, mein Vater hat meiner Mutter sehr große emotionale Wunden hinzugefügt. Und ich glaub, dass sie … dass es natürlich auch generell auch für andere Angehörige … auch irgendwie schmerzhaft ist, was ich mache.

Jelena

34:14 – 34:28

Weil ich eben in diese Wunde reingehe, was halt die meisten nicht machen. Es ist ja ganz oft so, dass man eben nicht über die schmerzhaften Sachen spricht in der Familie, sondern es ist leichter, das zu ignorieren. Und mein Papa und ich gehen halt … ganz krass da rein.

Jelena

34:29 – 34:55

Aber schaffen dadurch eben eine Verbindung zueinander. Und ich glaube, dass meine Mama jetzt einfach nochmal damit konfrontiert wird. Und ich glaube aber auch, dass sie versteht, warum ich das mache oder warum mein Vater und ich das machen. Und dass sie…

Jelena

34:55 – 35:15

Ja, wie soll ich das sagen? Ich finde profitieren ist keine Ahnung, ist nicht das richtige Wort. Ich glaube sie bekommt eine andere Perspektive auch nochmal darauf. Und das ist glaube ich auch ganz gut, dass sie auch nochmal eine andere Perspektive darauf bekommt als nur ihre eigene.

Conni

35:15 – 35:41

Was wolltest du so sagen? Was strahlt der Film so aus? Also das eine hast du ja schon gesagt, man kann Ihr merkt ja oft im Psychoseforum, im Kölner Psychoseforum, wo wir uns begegnen, wo wir ja auch viel mit Angehörigen, Betroffenen und Profis so in Austausch gehen, da ist das ja ganz oft so, dass die Angehörigen sehr hilflos sind und überhaupt gar nichts erfahren von den Betroffenen, erzählen nichts von ihren Psychosen

Die sagen sogar manchmal, ich bin überhaupt nicht krank und das ist ja auch ihr gutes Recht. Aber das schafft dann irgendwie so einen Abgrund. Oder ein Vater sagte mal, diese Menschen. Also da hat man gemerkt, da ist ein unheimlicher Graben.

Da ist so eine Hilflosigkeit irgendwie. Und das strahlst du jetzt mit deiner Erzählung und mit dem, was du über den Film sagst, ja schon mal aus. So eine Botschaft, das muss nicht so sein. Man kann sich begegnen und sich was übereinander mitteilen.

Jelena

36:07 – 36:30

Ich glaube aber, das liegt auch daran, dass mein Vater und ich von Beginn an immer eine Beziehung auf Augenhöhe hatten. Da gab es nie eine Dynamik nach unten oder nach oben, sondern wir waren immer auf einer Augenhöhe. Und das ist jetzt auch so. dass ich nicht einen Film über die Erkrankung mache, sondern dass ich einen Film mit meinem Vater gemeinsam mache.

Jelena

36:30 – 36:56

Ich mache keinen Film über ihn, sondern mit ihm. Er ist da ganz maßgeblich mit dran beteiligt. Und ich glaube, dass der Film so viel mehr lustig ist, als die Menschen glauben. Also es wird ein wahnsinnig witziger Film, weil Ich glaube, Humor ist einer der besten und gesündesten Coping-Mechanismen, die man so haben kann und mein Papa und ich haben ordentlich viel davon.

Jelena

36:57 – 37:32

Ich glaube, dass der Film Menschen sehr berühren wird, weil wir eben so offen miteinander gehen und so offen in die Konfrontation gehen und weil ich teilweise auch sehr direkt mit meinem Vater bin und Sachen anspreche, die andere vielleicht nicht ansprechen würden. Und was ich jetzt irgendwie schon gemerkt hab, wenn ich irgendwie auf Pitchings war und den Film vorgestellt hab und so, es kamen danach immer sehr, sehr viele Menschen auf mich zu und haben gesagt so, hey, ich find das so schön, dass du das ansprichst, weil in meiner Familie ist das genauso, bei mir ist das und das und das oder…

Conni

37:31 – 37:32

Was sind Pitchings?

Jelena

37:32 – 37:40

Ach so, wenn man, bevor man… Es ist ein sehr langer Weg, bis man einen Film machen kann. Und der soll 90 Minuten sein? Es ist ein Kinodokumentarfilm.

Jelena

37:41 – 37:59

Man muss dann vorher immer den Film vorstellen auf Festivals oder irgendwie. Dann gibt es unterschiedliche Veranstaltungen und dann hat man fünf Minuten Zeit, um dieses Projekt vorzustellen und zu sagen, das ist die Geschichte, das möchte ich erzählen und so und so sieht das aus. Bitte fördert uns. Genau.

Conni

37:59 – 38:04

Und da die Reaktionen, das sind die Leute, die dann auch Festivalpublikum…

Jelena

38:04 – 38:23

Genau, also sowohl Festivalpublikum als auch Filmschaffende und auch GeldgeberInnen. Ich habe sehr, sehr schönes Feedback dazu bekommen. Und ich hoffe, dass ich gemeinsam mit meinem Papa irgendwie Menschen vorleben kann, wie eine Auseinandersetzung damit aussehen kann.

Jelena

38:24 – 38:50

Aber auch, ich glaube, was ich eigentlich auch will, ist, dass Menschen diesen Film gucken und checken, dass auch jeder Mensch eine Geschichte hat und auch jeder kranke Mensch sich nicht durch die Krankheit definiert, sondern dass da auch viel mehr dahinter steckt und dass natürlich manche Menschen kranker sind als andere, aber dass man eben nicht nur immer diese Krankheit betrachtet und nicht nur die Probleme sieht, sondern irgendwie auch guckt, wo sind Anknüpfpunkte, Verknüpfungspunkte.

Conni

38:50 – 39:01

Jetzt hast du ja erzählt, wie intensiv ihr euch austauscht und da würde mich interessieren, gibt es da was, wo du nicht drankommst?

Jelena

39:01 – 39:37

Ich glaube, es gibt Dinge, wo ich nicht dran will, wo ich finde, diese ganzen Drogengeschichten und wirklich, Mein Vater war ziemlich, ziemlich am Ende auch körperlich und ist auch fast verhungert, weil er einfach nicht mehr gecheckt hat, dass er auch was essen muss und so.

Und ich glaube, in diese Drogenwelten oder in diese… Krankenwelten von Drogenabhängigen, da möchte ich mich nicht reinbegeben. Und da schütze ich mich auch sehr, dass ich da nicht reingehe. Und dass ich da auch nicht zu sehr versuche, mich reinzudenken.

Jelena

39:37 – 39:49

Es gibt ein Archivmaterial, auf dem mein Vater sehr drauf ist. Wo mein Vater eine Psychose hat, wo mein Papa offensichtlich auch irgendwas eingeworfen hat. Und das finde ich sehr, sehr unheimlich. Und ich erkenne ihn darin nicht wieder.

Jelena

39:49 – 39:53

Und das macht mir nach wie vor Angst, wenn ich das sehe und ich schaue das nicht gerne an.

Conni

39:53 – 39:56

Und wird es verwendet im Film?

Jelena
39:56 – 40:13
Ja, ich glaube, es ist wichtig, dass man das sieht, dass man das versteht. Weil wenn man ihn so jetzt sieht, man denkt, der ist der allerliebste Mensch auf der Welt.

Und das ist er irgendwo auch. Aber er hat eben auch noch diese Erkrankung. Es sind zwei Seiten. Und das ist halt ein Ausschnitt, in dem man die Krankheit sehr, sehr deutlich sieht.

Conni

40:15 – 40:25

Puh. Das klingt nach einer gar nicht so leichten Entscheidung, also was man andere Menschen dann sehen lässt. Auch für ihn die Entscheidung, was lasse ich andere von mir sehen?

Jelena

40:27 – 40:38

Aber er ist ja auch in der Öffentlichkeit damit rumgelaufen.

Natürlich kann man das nicht vergleichen.

Conni
40:31 – 40:38
Er war ja Künstler. Vielleicht ist das auch noch so ein Aspekt. Er hat ja immer schon was durch die Kunst von sich gezeigt.

Jelena

40:38 – 40:40

Auf jeden Fall.

Conni
40:42 – 40:55
Hast du durch diesen Austausch, durch den Film, dadurch, dass du ja auch immer wieder drauf guckst auf eure Geschichte, hast du dadurch irgendwie was dazugelernt? Hat sein Blick auf deinen Vater sich verändert und auf seine Erkrankung?

Jelena
40:57-
Ich glaube, dass die Auseinandersetzung dadurch viel intensiver ist.

Du musst dir vorstellen, ich sitze jeden Tag acht Stunden und schaue mir dieses Material an. Ich beschäftige mich jeden Tag mit ihm, mit unserer Beziehung und so. Natürlich findet da ein ganz anderer Aufarbeitungsprozess statt. Ob sich mein Blick auf ihn…

Jelena

41:19 – 41:40

Ich würde sagen, dass sich… Du musst dir vorstellen, bevor er diese 5 Jahre clean war und er in diesen Kreisläufen gefangen war, irgendwann hörst du halt auf zu hoffen. Du wirst jedes Mal wieder aufs Neue enttäuscht. Jedes Mal, wenn er in der Phase clean war, denkst du, geil, er hat es geschafft.

Jelena

41:40 – 41:50

Danach kommt immer wieder ein Absturz nach dem nächsten. Irgendwann bist du am Ende mit deiner Hoffnung. Du kannst irgendwie nicht mehr. Jetzt versuche ich es langsam wieder.

Jelena

41:50 – 42:05

Ich bin noch nicht ganz hoffnungsvoll, weil ich genau weiß, wie schwer das auch ist. Aber er schlägt sich wahnsinnig gut. Er ist supergut medikamentös eingestellt. Er sagt selber, dass ihm diese 5 Jahre sehr, sehr gut getan haben.

Jelena

42:05 – 42:22

Und auch, dass er immer weg war von den Drogen und allem. Und so ganz langsam tauchte ein kleiner Hoffnungsschimmer wieder auf, dass es jetzt vielleicht wirklich… Dass er jetzt so gut eingestellt ist, dass die Krankheit im Griff ist.

Conni

42:22 – 42:30

Ja, das wäre ein Schluss. Ich kann aber auch noch fragen, wann man den Film dann eventuell wird sehen können und wo vor allem auch.

Jelena

42:30 – 42:54

Genau, also er wird im Kino zu sehen sein. Es ist aber auch eine Co-Produktion mit dem ZDF Kleines Fernsehspiel. Das heißt, er wird auch im ZDF dann zu sehen sein und in der Mediathek. Das wann kann ich dir jetzt gerade nicht genau sagen, aber es wird ein Kinodokumentarfilm. Das heißt, man kann ihn im Kino sehen. Das würde ich mir natürlich wünschen, dass die Zuhörer und Zuhörerinnen alle dann ins Kino kommen, weil das einfach nochmal ein ganz anderes Erleben ist.

Jelena

42:55 – 43:18

Ich finde auch gerade bei diesem Film das gemeinsame Schauen wichtig und das gemeinsame im Anschluss drüber sprechen. Ich glaube, das ist das, was ich mir wünsche. Dass man nicht alleine sitzt zu Hause und diesen Film schaut, sondern dass man danach nach links und rechts schaut und sich kurz anguckt und das Gefühl hat, okay, die Person versteht gerade oder hat gerade dasselbe erlebt wie ich.

Conni

43:15 – 43:22

Vielen Dank. Das war ein sehr schönes Gespräch. Ich gucke den Film auf jeden Fall.

Julia und Nele

43:28 – 43:41

Das war Unerhört Nah, der Podcast für Angehörige psychisch erkrankter Menschen.

Dies ist ein Projekt des BAPK mit Unterstützung der Baumer Krankenkasse. Hört nächstes Mal wieder rein, wenn wir mit Menschen sprechen, die verdammt nah dran sind.

Der Podcast „Unerhört nah“ wird gefördert durch

#verdammtnahdran

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